Meteorit über der Westlichen Ostsee
Ein ungewöhnliches, aber nicht außerordentliches Ereignis zog am Abend des 17.01.2009 die Aufmerksamkeit zahlreicher Himmelsbeobachter auf sich. Ein greller, weiß-blauer Lichtblitz zeigte sich für mehrere Sekunden über der Ostsee - da unangekündigt vorerst eine unerklärliche Beobachtung.
Der DWD Rostock-Warnemünde vermutete zunächst Wetterleuchten, manch anderer auch Feuerwerk, Rettungswagen oder Fahrzeuglicht in der Umgebung. Tatsächlich handelte es sich um ein faszinierendes Himmelsereignis, den Eintritt eines Meteoriten in die Erdatmosphäre. Lichtblitze und ein mögliches Grollen während des Eintritts wurden durch den Kollisionsvorgangs hervorgerufen. Sowohl meteorologische als auch menschliche Ursachen werden definitiv ausgeschlossen. Der Ort des Einschlages befindet sich unterschiedlichen Angaben zufolge über der freien Ostsee - im Seegebiet zwischen Lolland/Falster, Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Reste, die nach Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühten, versanken in der Ostsee.
Eine Auswertung der Beobachtungen und die Analyse der bisher veröffentlichten Webcambilder lässt eine Vermutung des Einschlagspunktes zu. Sehr wahrscheinlich fiel der Meteorit ins Meer, nach Meteomedia etwa nördlich bis nordwestlich Fischland-Darß-Zingst, laut Spaceweather.com möglicherweise auch über den dänischen Inseln im Grenzgebiet zum Kattegat.
Es scheint, als sei die Überwachungskamera aus Schweden tatsächlich die einzige, die den Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre aufzeichnete. Nach Angaben des DLR fand sich weder auswertbares Material, noch eine zweite Kamera, die Hinweise auf Winkel und Eintrittsort in die Atmosphäre hätte geben können. Alle Schätzungen beruhen daher auf Auswertung der Augenzeugenmeldungen. Sehr wahrscheinlich gilt das Seegebiet zwischen den Küsten der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den dänischen Inseln Lolland/Falster als Aufschlagspunkt - die Ergebnisse von Spaceweather.com konnten sich nicht bestätigen.
Spektakulär das Video einer Überwachungskamera in Südschweden, deren Sichtbereich zufällig in Richtung des Meteoriteneintritts ausgerichtet war. LINK.